Polnisches Pflegepersonal

Haushalts- und Pflegehilfen kommen aus Osteuropa

Auch wenn „die Polin“ heute immer noch Synonym für aufopfernde Hilfe und Pflege in deutschen Haushalten ist, ist polnisches Pflegepersonal längst nicht mehr allein. Die Erweiterung der Europäischen Union im Jahr 2004 um die osteuropäischen Staaten umfasste nicht nur Polen, sondern auch Ungarn, Tschechien, die Slowakei und Slowenien sowie die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen. 2007 kamen Bulgarien und Rumänien hinzu. Deutschland schottete seinen Arbeitsmarkt zwar zunächst nach der 2-3-2-Jahresregel ab, aber mittlerweile sind die Übergangsfristen abgelaufen. Ausländisches Pflegepersonal aus EU-Ländern darf also ohne bürokratische Hürden in Deutschland legal arbeiten.

Aus der heimischen Pflege sind die Osteuropäerinnen nicht mehr wegzudenken.

Ein attraktiver Arbeitsmarkt für beide Seiten

Pflege zu Hause

Polnisches Pflegepersonal hat den deutschen Arbeitsmarkt schnell erobert. Die räumliche Nähe, oft noch vorhandene deutsche Sprachkenntnisse, aber auch die fleißige Art und der liebevolle Umgang mit alten und kranken Menschen machen sie sehr beliebt. Für die Frauen, die ihre Familien oft für mehrere Monate verlassen, ist Deutschland attraktiv. Sind sie als Arbeitnehmerinnen abhängig beschäftigt, gilt für sie der komplette deutsche Arbeitsschutz. Das bedeutet eine Bezahlung mit dem gesetzlichen Mindestlohn als Untergrenze, Urlaubsanspruch und Höchstarbeitszeiten nach dem Arbeitszeitgesetz. Die Schutzvorschriften gelten unabhängig vom Sitzland des Arbeitgebers. Es macht also keinen Unterschied, ob die Haushalts- und Pflegehilfen direkt im deutschen Haushalt angestellt sind oder über einen Pflegedienst in ihrer Heimat nach Deutschland entsandt werden.

Polnisches Pflegepersonal
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Polnisches Pflegepersonal hat den deutschen Arbeitsmarkt schnell erobert.

Entlastung für Angehörige

Aufgrund fehlender beruflicher Qualifikationen oder mangelnder Sprachkenntnisse dürfen die osteuropäischen Hilfskräfte keine medizinisch geprägten Arbeiten übernehmen. Dafür gibt es professionelle ambulante Pflegedienste, die stundenweise ins Haus kommen. Fachkräfte sind knapp und ihre Arbeit teuer. Es wäre unsinnig, sie für reine Haushaltsführung zu beschäftigen. Auch die allgemeine Grundpflege wie Mobilitätsunterstützung zum Beispiel beim Ankleiden, beim Bewegen in der Wohnung oder zu einem Arztbesuch, Körperpflege, Zerkleinern der Nahrung, Trinkkontrolle und dergleichen kann eine Pflegehilfe problemlos leisten. Das ausländische Personal ersetzt also keineswegs die medizinische Behandlungspflege, entlastet aber Angehörige, die entweder gar nicht mehr vor Ort leben, selbst schon im fortgeschrittenen Alter sind oder eigene Verpflichtungen in Beruf und Familie wahrnehmen müssen. Pflegehilfen schenken der Familie qualitativ gute Zeit, die sie für den sozialen Kontakt besser nutzen als für Hausarbeiten.

Finanzierung durch die Pflegeversicherung

Ist ein Pflegegrad festgestellt, beteiligt sich die Pflegekasse an den entstehenden Kosten. Die Arbeitsteilung zwischen ambulantem Pflegedienst und Pflegehilfen wird auch hier berücksichtigt. Für die erstgenannten Leistungen gibt es das Sachleistungs-Budget, für die Mitfinanzierung der Pflegehilfen wird Pflegegeld zur freien Verfügung gezahlt. Beide Optionen schließen sich nicht aus, sondern dürfen prozentual kombiniert werden.

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