Private 24 Stunden Betreuung Gesucht

Gesucht, gefunden: 24h Betreuerin

Wird eine private 24-Stunden-Betreuung gesucht für die ambulante Pflege eines alten oder kranken Menschen, kommt das Gespräch schnell auf eine Betreuerin aus Osteuropa. Während professionelle Pflegedienste nach Berechnungen der Stiftung Warentest nicht unter 10.000 Euro im Monat zu haben sind, kommen polnische Pflegekräfte deutlich billiger –rund ein Fünftel dieses Betrages dürfte die Untergrenze sein. Wie kommt der große Preisunterschied zustande? Welche Leistungen sind für kleines Geld zu erwarten?

Und ist eine Betreuung rund um die Uhr ohne einen Schichtplan mit mindestens drei Pflegerinnen überhaupt zu leisten?

Qualifiziertes Personal nur zum hohen Preis

Pflege zu Hause

Ambulante Pflegedienste arbeiten in Deutschland mit examinierten Kräften. Bestimmte Tätigkeiten in der Behandlungspflege sind ihnen vorbehalten. Und das ist auch gut so, denn neben dem Fachwissen kommt es auch auf eine problemlose Verständigung zwischen dem Pflegepersonal und dem Klienten an. Genau daran hapert es oft bei Pflegepersonal mit Migrationshintergrund. Ein hoher Prozentsatz von ihnen hat zwar studiert, erhält aber trotzdem keine Anerkennung des Studien- oder Berufsabschlusses in Deutschland, weil die Sprachkenntnisse nicht ausreichen. Qualifizierte Tätigkeiten haben ihren Preis, und so errechnet die Stiftung Warentest auch den oben erwähnten fünfstelligen Betrag, den sich ein Durchschnittsrentner ganz sicher nicht leisten kann.

Private 24-Stunden-Betreuung gesucht
1/1

Wird eine private 24-Stunden-Betreuung gesucht für die ambulante Pflege eines alten oder kranken Menschen, kommt das Gespräch schnell auf eine Betreuerin aus Osteuropa.

Haushalts- und Pflegehilfe verlangt keine Fachkräfte

Der gewöhnliche Tagesablauf eines Pflegebedürftigen erfordert aber sicher nicht 24h lang eine medizinische Betreuung. Wenn doch, wird eine Aufnahme in eine stationäre Einrichtung kaum zu vermeiden sein. Im Allgemeinen kann man aber davon ausgehen, dass bei niedrigen Pflegegraden eine Hilfe in der Hauswirtschaft sowie Assistenz in Angelegenheiten der Grundpflege ausreichend sind. Dazu gehören die Morgentoilette ebenso wie Begleitung bei Arztbesuchen oder Spaziergängen. Dass eine Haushaltshilfe nicht die gleiche Entlohnung erhält wie eine anerkannte Pflegekraft, dürften die meisten Menschen einleuchtend und auch gerecht finden. Eine Ausbeutung von Osteuropäerinnen findet dennoch nicht statt. Sind sie als Arbeitnehmerinnen tätig – egal ob direkt im deutschen Haushalt angestellt oder über einen ausländischen Arbeitgeber – gilt deutscher Arbeitsschutz, und das bedeutet Mindestlohn und Einhaltung von Höchstarbeitszeiten.

Arbeitszeiten und Bereitschaftszeiten abgrenzen

Damit sind wir wieder bei der Ausgangsfrage: Passt es zu unserem Arbeitszeitgesetz, wenn eine private 24-Stunden-Betreuung gesucht ist? Hier gilt doch eine Höchstarbeitszeit von zehn Stunden täglich und 48 Wochenstunden bei einer Sechs-Tage-Woche? Das ist richtig, aber auch ein Feuerwehrmann hat Schichten von 24h, in denen er nicht die ganze Zeit arbeitet. Von der echten Arbeitszeit sind Zeiten der Bereitschaft und der Rufbereitschaft abzugrenzen. Für letztere muss nicht einmal der Mindestlohn gezahlt werden. Da die Betreuerin üblicherweise mit der Familie des Pflegebedürftigen unter einem Dach wohnt, vermeidet ein geschicktes Abwechseln von Arbeits- und Bereitschaftszeiten in Kombination mit einem ambulanten Pflegedienst und dem Einsatz der Angehörigen das Aufstellen eines komplizierten und teuren Schichtplans.

Mehr zum Thema