Private Altenpflege

Private Altenpflege in den eigenen vier Wänden

Private Altenpflege ist, wenn sie ambulant durchgeführt wird, in den meisten Fällen immer noch Sache der Angehörigen. Trotz gesetzlicher Regelungen wie Pflegezeit stellt die Seniorenbetreuung Familien vor eine schwere Aufgabe. Kinder pflegebedürftiger Menschen gehören selbst zur Generation 50+, stehen im Berufsleben, wohnen vielleicht nicht einmal mehr in der Nähe. Das Anfang 2017 in Kraft getretene Zweite Pflegestärkungsgesetz (PSG II) bringt bessere Leistungen aus der Pflegekasse für die ambulante Versorgung. Angehörige können davon beispielsweise eine Pflegehilfe finanzieren.

Drei Viertel der Pflegebedürftigen werden ambulant versorgt

Pflege zu Hause

Stationäre Pflegeplätze sind knapp und teuer. Die Mehrzahl der Senioren wird deshalb ambulant versorgt. Das kommt auch ihnen entgegen, bedeutet doch das Wohnen in vertrauter Umgebung ein wichtiges Stück Lebensqualität und einen immer noch weitgehend selbstbestimmten Alltag. Die Kehrseite ist die Belastung der Angehörigen mit der Betreuung des Haushalts und oft auch mit Verrichtungen der sogenannten Grundpflege, also Hilfe beim Aufstehen, Waschen, Ankleiden, Essen und dergleichen. Besonders belastend ist die Situation, wenn die Eltern wegen fortschreitender Demenz nicht mehr allein bleiben können. Zu der physisch anstrengenden Pflege kommt die psychische Belastung hinzu, wenn der geistige Verfall geliebter Menschen beobachtet wird.

Private Altenpflege
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Private Altenpflege ist, wenn sie ambulant durchgeführt wird, in den meisten Fällen immer noch Sache der Angehörigen.

Pflegehilfen aus Osteuropa

Während medizinisch geprägte Tätigkeiten wie das Verabreichen von Medikamenten und das Messen von Blutwerten nur von professionellem Pflegepersonal ausgeübt werden dürfen, steht bei einfacheren Arbeiten dem Einsatz von ungelernten Haushalts- und Pflegehilfen nichts im Wege. Gerade in diesem Segment brauchen Angehörige dringend Entlastung. Sie gewinnen nicht nur Zeit, sondern das Verhältnis zum Gepflegten wird auch deutlich entspannter – ein Gewinn für beide Seiten, denn die menschliche Nähe gewinnt so wieder die ihr zustehende Bedeutung. Hilfskräfte aus osteuropäischen EU-Staaten, vor allem Rumänien und Polen, können legal und mit minimalem Verwaltungsaufwand in Deutschland beschäftigt werden. Aufgrund der sich angleichenden Sozialstandards ist keine Ausbeutung der ausländischen Pflegehilfen zu befürchten. Bei einer abhängigen Beschäftigung in Deutschland gilt für sie derselbe Arbeitnehmerschutz wie für jeden anderen, unabhängig von der Nationalität. Und das bedeutet Mindestlohn, Mindesturlaub und Höchstarbeitszeiten.

Vollzeitpflege auch ohne Dreischichten-Plan

Die private Altenpflege durch eine Polin oder Rumänin ist auch dann eine sinnvolle Lösung, wenn der Pflegebedürftige gar nicht mehr allein bleiben kann. Die 24-Stunden-Betreuung lässt sich mit deutschem Arbeitsrecht vereinbaren, wenn die Pflegekraft im Haushalt des betreuten Seniors wohnt. Durch den zeitweisen Einsatz von ambulanten Pflegediensten, Angehörigen und ehrenamtlichen Seniorenbetreuern lassen sich Arbeits-, Bereitschafts- und Ruhezeiten so planen, dass die gesetzlichen Höchstarbeitszeiten nicht überschritten werden. Je nach Vertragsmodell sind osteuropäische Pflegehilfen ab etwa 1.700 Euro im Monat zu beschäftigen. Das Pflegegeld von der Pflegekasse kann dafür verwendet werden, auch in Kombination mit Sachleistungen, die von professionellen Pflegefachkräften abgerechnet werden.

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