Professionelle Pflege

Professionelle Pflege im eigenen Zuhause

Professionelle Pflege im eigenen Zuhause scheint ein Luxus zu sein, der für die meisten Rentner ein Traum bleiben wird. Die Stiftung Warentest hat einen Betrag von mindestens 10.000 Euro pro Monat für die Vollzeitpflege ermittelt. Allerdings darf diese Rechnung durchaus kritisch hinterfragt werden. Nicht jeder Senior muss rund um die Uhr medizinisch versorgt werden.

Eine Haushaltshilfe, die auch pflegerische Arbeiten übernimmt, ist vielleicht kein Profi nach deutschem Recht, hat also keinen anerkannten Abschluss in einem Pflegeberuf. Aber was die nicht medizinisch geprägten Arbeiten angeht, ist Pflegepersonal aus Osteuropa wegen der engagierten Betreuung und der fast schon familiären Bindung zum Haushalt des Pflegebedürftigen zu Recht beliebt.

Ambulante Pflege mit wachsender Bedeutung

Pflege zu Hause

Knapp drei Millionen Menschen in Deutschland sind in unterschiedlichen Ausprägungen pflegebedürftig. Die Zahl wächst, egal welche Prognose man zugrunde legt. Rechnet man die Zahlen der Vergangenheit einfach hoch, ergibt sich ein Zuwachs von rund 50 % bis 2050. Derzeit bleibt der Mehrzahl der Pflegebedürftigen die Übersiedlung in ein Heim erspart. Dafür braucht es professionelle Pflege, die ambulant geleistet werden kann. Pflegedienste mit Fachpersonal sorgen für alle Tätigkeiten der sogenannten Behandlungspflege. Das umfasst zum Beispiel die Dekubitus-Behandlung, also die Versorgung wund gelegener Stellen, aber auch das Messen von Blutzucker oder Blutdruck und das An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen. Diese Leistungen dürfen nur von examinierten Kräften erbracht werden und sind entsprechend teuer. Sie können aber je nach anerkanntem Pflegegrad bei der Pflegekasse als Sachleistungen abgerechnet werden.

Professionelle Pflege
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Knapp drei Millionen Menschen in Deutschland sind in unterschiedlichen Ausprägungen pflegebedürftig.

Pflegegeld für die Haushaltshilfe aus Polen

Es liegt nahe, für einfache hauswirtschaftliche Tätigkeiten keinen Stundensatz wie bei der professionellen Pflege zu bezahlen. Pflegehilfskräfte aus Polen oder anderen osteuropäischen Staaten übernehmen bereits heute in gut 200.000 Haushalten das Putzen, Waschen, Kochen und Einkaufen, vor allem ab Hilfestellungen in der Grundpflege wie Körperhygiene, An- und Auskleiden sowie Mobilität innerhalb und außerhalb der Wohnung. Das entlastet die Angehörigen, denn selbst wenn sie in der Nähe wohnen, wird die Pflege neben der eigenen Familie und dem Beruf zu einer enormen physischen und auch psychischen Belastung. Eine Betreuung rund um die Uhr ist ab etwa 2.000 Euro monatlich zu haben – immer noch eine Stange Geld, aber nur ein Bruchteil dessen, was professionelle Pflege kosten würde. Sachleistungen kann man dafür zwar nicht abrechnen, aber das Pflegegeld, das der Pflegebedürftige zur freien Verwendung erhält, leistet einen wesentlichen Beitrag zur Finanzierung. Das gängige Vertragsmodell sieht so aus, dass die ausländische Pflegekraft bei einem Unternehmen in ihrer Heimat angestellt ist und von dort in den deutschen Haushalt entsendet wird. Bei der Vermittlung seriöser Vertragspartner und der Abwicklung in deutscher Sprache helfen spezialisierte Pflegeagenturen.

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