Seniorenbegleiter

Seniorenbegleitung und Haushaltsführung

Viele ältere Menschen nehmen bereits die Dienste eines Seniorenbegleiters in Anspruch. Die Zahl der Haushalte, in denen ausschließlich Menschen im Rentenalter wohnen, nimmt in Deutschland seit Jahren stetig zu. Der Mehrgenerationenhaushalt verschwindet – Lebensgemeinschaften mit mehr als zwei Generationen unter einem Dach machen gerade noch 2 % aus. Der Arbeitsmarkt erwartet örtliche Flexibilität, und deshalb wohnen erwachsene Kinder oft hunderte Kilometer von den Eltern entfernt, vielleicht sogar im Ausland auf einem anderen Kontinent. Vereinsamung im Alter wird zum Problem, und bei Pflegebedürftigkeit droht der Umzug in eine stationäre Einrichtung.

Doch dieser für alle Beteiligten unangenehme Schritt lässt sich vermeiden oder zumindest lange hinauszögern.

Seniorenbegleiter sind kein Pflegepersonal

Pflege zu Hause

Die Tätigkeit als Seniorenbegleiter wird meist nach einer kurzen Ausbildung ehrenamtlich ausgeübt. Der Seniorenbegleiter darf sich aussuchen, wen er begleiten möchte, er steht stundenweise idealerweise zur Wunschzeit zur Verfügung. Wichtig ist eine dem Alter angepasste Gesprächsführung und Kommunikation, die dem Begleiteten Struktur in seinem Leben gibt und ihn auch für die Zeit aktiviert, die er allein verbringt. Natürlich leistet er auch praktische Hilfen, aber der Seniorenbegleiter ist keine Pflegekraft. Dafür würden sich wohl auch kaum ehrenamtliche Mitarbeiter finden, denn diese sind oft selbst schon im Rentenalter und wären einer anstrengenden pflegerischen Tätigkeit nicht gewachsen.

Seniorenbegeleiter
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Viele ältere Menschen nehmen bereits die Dienste eines Seniorenbegleiters in Anspruch.

Grundpflege bringt hohe zeitliche Belastungen

Während der Seniorenbegleiter also eher Ersatz für die menschliche Ansprache ist, wenn die Angehörigen zu weit entfernt leben, muss für Pflegetätigkeiten Personal gegen Entgelt beschäftigt werden. Medizinische Aufgaben wie Verbandwechsel oder Verabreichen von Medikamenten führt ein professioneller Pflegedienst mit examinierten Kräften aus, das ist so vorgeschrieben. Aber diese Behandlungspflege ist nur ein kleiner Anteil der notwendigen Leistungen. Der große Rest, die Grundpflege, besteht aus der Anleitung und Beaufsichtigung bei täglichen Verrichtungen, bei höheren Pflegegraden auch die teilweise oder vollständige Übernahme dieser Tätigkeiten. Hierunter fallen auch intime und sicher nicht angenehme Aufgaben wie die Begleitung beim Toilettengang und die Hygiene bei Inkontinenz. Hinzu kommt die Haushaltsführung: Putzen, Waschen, Einkaufen, Kochen, bei Bedarf auch das mundgerechte Zerkleinern der Nahrung oder sogar Füttern.

Haushaltsführung durch osteuropäische Hilfskräfte

Osteuropäische Hilfskräfte sind das Rückgrat der ambulanten Versorgung pflegebedürftiger Menschen in Deutschland. Sie wohnen im Haushalt des Pflegebedürftigen und können zu überschaubaren Kosten eine Betreuung sogar rund um die Uhr gewährleisten. Rund 200.000 Haushalte in Deutschland nehmen diese Chance wahr und entlasten so die Angehörigen. Es gibt unterschiedliche Vertragskonstruktionen für die legale Beschäftigung von Ausländern als Pflegehilfen. Am häufigsten wird die Anstellung bei einem ausländischen Arbeitgeber mit Entsendung nach Deutschland gewählt. Das hat den Vorteil geringer Lohnnebenkosten, während im Arbeitsschutz deutsche Sozialstandards wie Mindestlohn und Höchstarbeitszeit gelten. Pflegeagenturen stehen als Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung, vermitteln den Kontakt zu seriösen Vertragspartnern im Ausland und unterstützen die Vertragsabwicklung in deutscher Sprache.

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