Seniorenpflege

Seniorenpflege ist in Deutschland

Die Seniorenpflege ist in Deutschland längst zum gesellschaftlichen Problem geworden. Die demografische Entwicklung für die nächsten dreißig bis vierzig Jahre ist präzise vorauszusagen. Die Lebenserwartung steigt. Die Geburtenrate hat zwar 2015 erstmals seit 33 Jahren wieder den Wert von 1,50 Kindern je Frau erreicht, aber ab 2020 ist ein neues Geburtentief absehbar. Selbst bei stärkerer Zuwanderung steigt der Altersschnitt in unserem Land.

2050 werden rund 13 % der Menschen in Deutschland älter als achtzig Jahre sein. Kinder sind dann vielleicht selbst schon im Rentenalter und können die Pflege nicht leisten, selbst wenn sie noch in der Nähe wohnen. Müssen die Eltern dann ins Heim?

Ambulante Pflege ist möglich

Pflege zu Hause

In manchen Fällen ist die stationäre Pflege schon aus medizinischen Gründen alternativlos. Die Mehrzahl der Pflegebedürftigen, rund 75 %, wird heute aber ambulant gepflegt. Mit einer sinnvollen Aufteilung der Arbeiten zwischen Angehörigen, professionellem Pflegepersonal und Pflegehilfen ist die Seniorenbetreuung in den eigenen vier Wänden kein Problem. Das Zweite Pflegestärkungsgesetz sieht verbesserte Leistungen dafür vor. Bei der stationären Pflege muss der Pflegebedürftige die Beträge, die auf Wohnen und Essen entfallen, ohnehin selbst tragen. Da einige stationäre Einrichtungen den Preis mit der zweiten Stufe der Pflegereform spürbar angehoben haben, ist ambulante Seniorenpflege auch finanziell eine attraktive Alternative.

Seniorenpflege
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In manchen Fällen ist die stationäre Pflege schon aus medizinischen Gründen alternativlos.

Angehörige nicht überfordern

Selbst wenn Sie Ihre Eltern nicht gern im Stich lassen möchten und ihnen das zurückgeben wollen, was Sie in der Kindheit empfangen haben – überfordern Sie sich nicht und denken Sie auch an Ihre eigene Familie. Nahe Angehörige leiden zu sehen, ist psychisch anstrengend. Besonders der Persönlichkeitsverlust bei Demenz ist schwer zu ertragen. Körperliche Belastungen kommen hinzu. Der gewaltige Zeitaufwand verursacht Spannungen, sowohl in der Familie als auch zwischen Pflegendem und Gepflegtem. Dabei wäre die unbelastete menschliche Nähe genau das, was der alternde Mensch am meisten braucht.

Pflegehilfskräfte übernehmen Haushalt und Grundpflege

Rund 200.000 Haushalte in Deutschland erhalten bereits Hilfe durch osteuropäische Pflegekräfte. Sie ersetzen zwar nicht den ambulanten Pflegedienst, der medizinische Tätigkeiten übernimmt, aber sie entlasten die Angehörigen von einfachen Tätigkeiten in der Hauswirtschaft wie Putzen, Waschen, Einkaufen und Kochen. Auch für die sogenannte Grundpflege sind Polinnen, Rumänien und andere Menschen meist aus Osteuropa sehr gefragt. Das übliche Vertragsmodell sieht vor, dass sie bei einem Arbeitgeber in ihrer Heimat angestellt sind. Der deutsche Haushalt beauftragt dieses Unternehmen, das eine Hilfskraft für die Seniorenpflege entsendet. Um die rechtlichen und praktischen Details kümmern sich professionelle Vermittlungsagenturen hier vor Ort. Die Familie des Pflegebedürftigen wird so von bürokratischen Details entlastet. Für die Finanzierung kann das zur freien Verfügung gezahlte Pflegegeld sinnvoll eingesetzt werden. Osteuropäisches Pflegepersonal ist bei Buchung über Agenturen zu Tagessätzen ab etwa 60 Euro zu haben. Eine Betreuung rund um die Uhr, bei der die Pflegerin im Haushalt wohnt, kostet ca. 1.500 bis 2.000 Euro im Monat.

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