Tschechische Pflegekräfte

Hilfskräfte gegen den Pflegenotstand

Die Erweiterungen der Europäischen Union nach Osten in den Jahren 2004 und 2007 haben für polnische, ungarische, rumänische und tschechische Pflegekräfte sowie Menschen aus einer ganzen Reihe weiterer neuer Mitgliedsstaaten einen bedeutenden Arbeitsmarkt geöffnet. Nach einer siebenjährigen Übergangsfrist fielen 2011 und 2014 die letzten Schranken auch in Deutschland und Österreich. Zuverlässige Pflege und Hilfe im Haushalt ist jetzt legal, unbürokratisch und zu bezahlbaren Preisen zu bekommen.

Hilfskräfte gegen den Pflegenotstand

Pflege zu Hause

Drei Viertel der Pflegebedürftigen in Deutschland benötigen keine vollstationäre Betreuung. Das Herausreißen aus der vertrauten Umgebung, der Umzug ins Heim bleiben ihnen erspart. Angehörige tragen eine große Last neben Beruf und Familie. Alleine können sie eine umfassende Pflege aber nicht bewerkstelligen. Medizinische Aufgaben werden, soweit erforderlich, von professionellen Pflegediensten wahrgenommen. Sie sind teuer, die Einsatzzeiten deshalb eng begrenzt. Für einfache Tätigkeiten geht es aber auch deutlich billiger. Frauen – und auch Männer – aus Osteuropa besitzen in aller Regel keinen Berufsabschluss in einem Pflegeberuf, oder das Examen kann in Deutschland wegen der fehlenden Sprachkenntnisse nicht anerkannt werden. Die osteuropäischen, zum Beispiel polnischen und tschechischen Pflegerinnen gelten deswegen als Hilfskräfte und können auch nur eine geringere Entlohnung durchsetzen. Für Arbeitnehmerinnen liegt sie auf dem Niveau des gesetzlichen Mindestlohns als Untergrenze. Davon lässt sich zwar bei uns nicht gut leben, aber dennoch ist die Beschäftigung der Osteuropäerinnen weit von einer Ausbeutung entfernt. Die Pflegerinnen halten sich meist für mehrere Monate in Deutschland auf, wohnen bei einer Vollzeitbetreuung im Haushalt des Gepflegten und geben deshalb kaum Geld aus. In der Heimat trifft der deutsche Mindestlohn auf ein ganz anderes Preisniveau und hat so ein Vielfaches der Kaufkraft. Deswegen und wegen der guten Arbeitsbedingungen mit umfassendem Arbeitnehmerschutz ist der deutsche Arbeitsmarkt für Pflegekräfte aus dem EU-Ausland beliebt, und nur so funktioniert auch das Zusammenspiel von Angebot und großer Nachfrage bei der Pflege.

Tschechische Pflegekräfte
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Drei Viertel der Pflegebedürftigen in Deutschland benötigen keine vollstationäre Betreuung.

Hilfskräfte nicht nur für den Pflegefall

Ist ein Pflegegrad anerkannt, zahlt die Pflegeversicherung ein Pflegegeld zur freien Verfügung. Dessen Höhe hängt vom Pflegegrad ab. Die gesamten Kosten einer 24-Stunden-Pflege – ab etwa 2.000 Euro im Monat – lassen sich damit nicht abdecken, aber es ist ein bedeutender Zuschuss, der die Finanzierung sehr erleichtert. Eine Unterstützung bei der Haushaltsführung ist aber nicht nur für den echten Pflegefall eine gute Idee. Mit Haushalts- und Pflegehilfen können sich auch Kranke, Behinderte und Senioren das Leben erleichtern. Und warum sollte sich nicht auch in einer großen Familie die Hausfrau und Mutter etwas Freizeit oder den Wiedereinstieg ins Berufsleben durch eine Haushaltshilfe ermöglichen? Das kann sogar finanziell attraktiv sein – wer einem gut bezahlten Beruf nachgeht, darf die Hausarbeit von jemandem verrichten lassen, der weniger verdient. Dabei sind auch Steuervorteile zu berücksichtigen, denn Kosten für die sogenannten haushaltsnahen Dienstleistungen können im Rahmen bestimmter Höchstgrenzen von der Steuer abgesetzt werden.

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