Umgang mit Demenzerkrankten

Der Umgang mit Demenzkranken

Der "etwas andere" Umgang mit Demenz. Das ist Demenz. Was ist das? Die Demenz ist ein langsamer Prozess, der jahrelang andauert. Gruppe von Angehörigen entlastet bei der Behandlung von Demenzkranken.


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Der Umgang mit Demenzen - Für eine Pflegeethik

Für die Betreuung von Menschen mit demenziellen Erkrankungen ist es entscheidend zu wissen, was die Erkrankung für die Menschen und deren Bedarf ist. Letztendlich ermöglicht dies auch den Zugriff auf die eigene vergessene Selbstdarstellung. Betreut man Demenzkranke, erkennt man jeden Tag aufs Neue, dass diese Menschen ebenso unverkennbar sind wie nicht erkrankte: die Menschen:

Alle Demenzkranken haben Freude an etwas anderem, alle leiden an etwas anderem. Wer sie genauer betrachtet, wird sehen, dass sie voller Erfahrung sind. Ein Stück Musik aus früherer Zeit kann ganz plötzlich Emotionen auslösen und die Menschen mitnehmen. Eine Duftnote aus ihrer Jugend weckt unwillkürliche Erlebnisse.

Ein Teil der Aufmerksamkeit ist es, Erlebnisse eines solchen "Aufwachens" zu machen. Ihr Gedächtnis wird nicht ausgelöscht, sie sind nur vergraben und damit versteckt, versteckt und schwer zu erreichen. Die Lebenssituation eines Menschen mit dementen Erkrankungen ist daher in erster Linie durch Diskontinuitäten gekennzeichnet. Sie ist das Bindeglied zwischen Vergangenheit und Gegenwart, das ihre Erfahrung auszeichnet.

Immer wieder erfährt der Demenzkranke neue Erfahrungen und hat damit das Empfinden einer historisch bedingten Fortführung seiner Biographie verloren. Es wird jedoch übersehen, dass die Erlebnisfähigkeit die gleiche ist wie die grundlegende Befähigung, das Alte trotz mangelnder Stimmigkeit hervorzubringen. Sie wird nicht nur mit dem bisher Erfahrenen zu einem neuen Geschichtsbild zusammengefügt, sondern ist nach wie vor bruchstückhaft.

So kann man die Erfahrung eines Demenzkranken als eine Erfahrung in Fragmenten bezeichnen, in Intensivfragmenten, die nicht mehr zu einer zusammenhängenden Geschichte zusammengefügt werden können. Der Demenzkranke hat trotz allem eine Identität: Er spürt, tastet, denkt nach - aber immer im Hier und Jetzt. Dies ist das Spezielle an der Krankheit Dementis, die immer "hier" ist, ohne Vergleich mit der Geschichte und ohne Erwartung einer zukünftigen Entwicklung.

Aus den Vorerfahrungen eines dementen Patienten leitet sich die Stimmung ab, auf der die heutigen Antworten basieren. Das, was Sie zuvor erlebt haben, ist also der Mittelpunkt Ihrer Person, die also über alle Pausen etwas Durchgängiges hat. Die adäquate Behandlung von Menschen mit Demenz kann daher nur ein Ansprechpartner sein, der die Bandbreite der Situationserfahrungen wiederentdecken kann, ohne das an bestimmten Stellen Gesehene sofort zu einem Ganzen zusammenfassen zu wollen.

Ziel ist es, die vergrabenen Erlebnisse und Erlebnisse aus der Tiefenlage des Kranken aufzudecken und gezielt wiederzubeleben. Denn nur so können Demenzkranke ihre Gedächtnisse immer wieder aufs Neue erleben. Die Demenzkranken brauchen die Hilfe der Fürsorge, um zu den früheren Gedächtnissen zurückzukehren.

Diese Aufdeckung von Erinnerung kann keine rationale Aufdeckung mehr sein. Durch den Zugriff auf die Gefühle des Betroffenen können Gedächtnisse geweckt werden. Die Demenzkranken haben ihre bisherigen Erlebnisse in ihre bis heute existierende Person eingeprägt. Grundvoraussetzung ist, dass Alzheimer-Patienten die Gelegenheit geboten wird, solche Sinneserfahrungen zu machen.

Demenzkranke verlieren ihre kognitive Leistungsfähigkeit, aber sie behalten den Zugriff auf die Umwelt durch ihren eigenen Organismus. Der Demenzkranke kann sich weiterhin als lebender Mensch durch seinen Leib erproben. Spüren Alzheimer-Patienten Ärger, weil die andere Person ihre Sorgen nicht begreift, oder fangen sie an zu schreien, weil sie sich ratlos fühlt, können diese Begriffe nur als Ausdruck ihres eigenen Selbst und damit als eine Art Selbsterkenntnis interpretiert werden.

Menschen, die an demenzkrank sind, müssen sich seltsam vorkommen, in einer fremde Umgebung, die von allem, was ihnen einmal bekannt war, abseits liegt. Ältere Gedächtnisse sind noch da, aber sie werden nicht über den Blick auf das Vertraute hinausgeholt. Demenzerkrankte Menschen haben kein Sicherheitsgefühl mehr, weil die Realität, wie sie sich ihnen präsentiert, ihre Natürlichkeit einbüßt.

Die Menschen wohnen in einer als fremde Realität. Die demenzkranke Person erlebt die umliegende Realität durch einen Vorhang des " Unbekannten ". Den Demenzkranken zu helfen, ist daher in erster Linie hilfreich bei der Wiederentdeckung des einst Bekannten. Grundsätzlich besteht ein Problem im Umgang mit Alzheimer-Kranken darin, dass die Menschen immer darauf achten, was sie nicht mehr können - es ist zu leicht zu vergessen, wie viel sie noch tun können.

Menschen mit Demenz verständigen sich mit ihrer Umwelt, aber sie verständigen sich auf eine neue Form. Demenzkranke können sich an einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr erklären und rechtfertigen, aber sie können sich spürbar fühlen und wiedergeben. Demenzkranke fühlen mehr als man denkt, was sie so besonders macht: Ihre Empfindlichkeit ist unversehrt, erhöht sich möglicherweise und macht sie empfindlicher als gesunde Menschen.

Demenz-Patienten fühlen die Gleichgültigkeit oder Gleichgültigkeit ihrer Kollegen. Menschen mit Demenz kommunizieren mit ihrem eigenen Leib, indem sie mit Rastlosigkeit reagieren, wenn sie sich allein gelassen fühlen, und mit fast kindgerechter Lebensfreude, wenn sie sich an wunderschöne Erfahrungen erinnern, wenn sie Anerkennung erfahren. Die Demenzkranken sind durch ihren physischen Ausdruck anwesend und bleiben von einer Umgebung abhängig, die sich mit ihnen beschäftigt und eine Atmosphäre erzeugt, die sie als angenehm wahrnehmen können.

Sie verbleibt mit einem Gegenstück (1) verbunden. Man muss darüber nachdenken, wie man in der Fürsorge des Betroffenen reflektieren kann, was er noch tun kann, wie viel er noch für sich selbst bestimmen kann, wie viel von seinen bisherigen Möglichkeiten noch in ihm schlummert. Es ist für die Versorgung notwendig, demenzkranke Menschen in die Lage zu versetzen, ihre noch so rudimentären Möglichkeiten zu nutzen.

Sie müssen sie freischalten, indem Sie die Betroffenen zum Mitmachen, Mitsingen und Basteln einladen. Das Gedächtnis eines Demenzkranken ist bruchstückhaft und kann nicht mehr in seine gesamte Geschichte einfließen. Nichtsdestotrotz ist er ein Mensch mit eigener Persönlichkeit, mit eigenem Persönlichkeit. Sie muss durch eine Verbindung mit ihm hergestellt werden.

Die Tragödie des Betroffenen besteht darin, dass es ihm immer schwerer fällt, seine eigene Person zu erfahren - und je mehr die Verwandten zurücktreten und seine Umgebung sein Benehmen vorgibt. Es sind Menschen, die ihn nicht auf das beschränken, was er nicht mehr kann, sondern die ihm die Gelegenheit bieten, seine eigene Persönlichkeit durch eine lebendige Verbindung zum Ausdruckzubringen.

Eine demenzkranke Person zu betreuen heißt, ein solches Gegenüber sein zu wollen, ein Gegenüber, das den Demenzkranken sensibel behandelt und ihn nicht berichtigt, ihn nicht mit der Realität des Kranken konfrontiert, sondern ihm die Chance gibt, die Realität des Demenzkranken als für ihn relevant zu erkennen und darauf zu reagieren.

Auf diese Weise helfen Betreuer dem Patienten letztendlich, seine eigene ldentität zu spüren: die ldentität im Hier und Jetzt. In Augenblicken, in denen jemand seine Realität ernst genommen hat, sie mit ihm teilte und mit ihm ist, lebt er. Dass der Demenzkranke sich als solcher fühlen kann, ist nicht von den Symptomen seiner Krankheit abhängig, sondern davon, wie aufmerksam und ernsthaft er behandelt wird.

So ist es die Adresse der Gesundheitsperson, die die Patientenidentität erstattet. Die Demenzkranken brauchen die Unterstützung des Pflegepersonals. Zugleich gibt der Patient dem Betreuer viel zurück und macht ihm klar, dass menschlich sein mehr ist, als wir in unseren guten Jahren denken.

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