Verhalten gegenüber Demenzkranken

Das Verhalten gegenüber Demenzkranken

Verwandte und Betreuer können durch ihr Verhalten oft Konflikte vermeiden. - Möglicherweise haben Demenzkranke die Möglichkeit verloren, ihre unmittelbare Umgebung als Filter gegenüber zu nutzen. So lange unklar ist, was mit ihm nicht stimmt, wird sein Verhalten oft falsch interpretiert: Krankenpflege-Beziehung zu Menschen mit Demenz.

Kommunikation mit Demenzkranken. DAS

Der Begriff Gedächtnis- und Leistungsstörungen, die den Patienten daran hindern, normal mit seiner Umwelt zu interagieren und seine Alltagsaktivitäten zu mindern. Durch die allmählich veränderte Reaktion der Patienten auf die bekannten Stimuli, eine steigende Beeinträchtigung des Sprachverstehens und der Kommunikationsfähigkeit kommt es zu Verfremdung und Unsicherheit der pflegenden Verwandten.

Durch den täglichen Kontakt mit Demenzkranken bekommen die Betreuer immer wieder neue Schwierigkeiten und sind immer wieder mit der Ungewissheit konfrontiert, etwas Falsches zu tun und dem Betroffenen zu schaden. Das Übermitteln von Informationen ist eine der wesentlichen Funktionalitäten der Programmiersprache. Aber auch andere wesentliche Aufgabenstellungen, die mit zunehmender Altersdemenz in den Fokus rücken, werden gelöst.

Man nennt diese Kommunikationsform "Reinigungsgespräche", die wie eine gegenseitige Laus nur eine freundschaftliche Haltung gegenüber dem anderen darstellen und keine sachliche Information wiedergeben. Diese Erscheinung ist so uralt wie die Menschensprache und in allen Kulturkreisen zu finden. In der Rhythmik der Rede, in der Melodie und in der Struktur der Rede sind bestimmte zentrale Reize eingeschlossen, auf die Menschen reflexiv, kulturübergreifend weitestgehend gleichberechtigt reagieren und unbewußt beeinflusst werden können.

In ihrem Takt korrespondieren sie mit einem gleichmäßigen Sprachgrundmuster. Die " non-informativen " Bestandteile der Fremdsprache geben darüber hinaus wertvolle Hinweise auf die Gefühlslage des Gegenübers. Demenzkranke leiden unter zunehmender Wortfindung und verstehen die einzelnen Ausdrücke nicht mehr. Auch wenn seine Aussagen grammatisch weitestgehend richtig sind, sind sie für den Hörer nicht nachvollziehbar, da viele Worte nicht in den Zusammenhang hineinpassen.

Der Klangassoziation ( "Are you ill?" - "Yes. I have cabinet.") verdrängt die Assoziation von Inhalten aus dem Bedeutungskontext zumeist. Fragen des Verständnisses, der Korrektur oder desinteressierten Abneigung werden von den Betreffenden wahrscheinlich als Straftat oder Indiz für ihre Mängel wahrgenommen und agieren agressiv. Die Patienten, die sich nicht richtig äußern können, tendieren zu verbalen Aggressionen und Aggressionen gegenüber Objekten, die als Anzeichen von Frust oder Hoffnungslosigkeit an ihrer eigenen Unfähigkeit deuten.

Nur wenn es möglich ist, sich in die Stimmung des Patienten zu bringen, seine Lage und Bedürfnisse zu verstehen und geeignete Inhalte eigenverantwortlich anzugehen, ist ein Dialog mit einem Demenzkranken für beide Parteien sinnvoll und aussagekräftig. Die Patientin empfindet Verständnis, hat Zuversicht und kann in entspannter Umgebung oft mit sehr präzisen Anmerkungen oder wesentlichen Hinweisen überrascht werden.

Überall dort, wo eine Entscheidungsfindung von Demenzkranken erforderlich ist, sollten die Möglichkeiten nicht nur linguistisch, sondern möglichst in Gestalt von visuellen Stimuli geboten werden. Der Patient sollte nicht bloß danach fragen, ob er Brote oder Semmeln, Konfitüre oder Käsesorten usw. zu sich nehmen möchte, sondern alle diese Gerichte sollten ihm zur Wahl vorgewiesen werden.

Mittels Sprachausgabe wird nur ein Teil (!) der Gesamtmenge der alltäglichen Informationen übertragen. Vielmehr erscheint die weitestgehend unbewußte körperliche Ansprache. Alle kussartigen Verhaltensmuster, die vermutlich auf Mund zu Mund Fütterung zurückgehen, haben hier eine Sonderstellung. Neben dem Singen und der musikalischen Untermalung zählen echtes Grinsen und Gelächter zu den bedeutendsten Therapien im Kampf gegen Demenzkranke.

Das gemeinsame Mittagessen wird von einer Gruppe von Freunden gespendet und ist Teil vieler Bräuche. Der Verzehr mit Demenz-Patienten unterstützt sie auch bei der Überwindung apraktischer Erkrankungen (die Unmöglichkeit, mit einfachen Geräten zu arbeiten und Alltagsaktivitäten durchzuführen), indem sie das Gesunde als Vorbild für die Imitation verwenden. In der Primitivebene werden Menschen, die eine Tätigkeit fördern, instinktiv als sich in die gleiche Richtung bewegend erachtet.

Den meisten Patienten ist ihre Gedächtnisstörung nicht mehr bewusst und sie sind der festen Überzeugung, dass sie weitestgehend unabhängig und sinnstiftend agieren können. Dies ist aus Patientensicht eine unnötige Überheblichkeit, die auch mit einer Überschreitung der Schamgrenze impliziert ist. Ein stressfreies Betreuen des Patienten ist nur möglich, wenn solche Verurteilungen in Betracht gezogen werden und die Hilfen als eine Art Zusatz zu dem, was der Betroffene bereits geleistet hat, zur Verfügung gestellt werden.

Demenzkranke Menschen antworten auf Prohibitionen, Direktanfragen oder Anordnungen mit Widerständen oder Aggression. Kranke Menschen haben die Bilder einer gewissen Lebensphase und verhalten sich dementsprechend. Die Krankheit wird in diesem Krankheitsstadium oft zu einer untragbaren Last für die nähere Umwelt, sondern zu einem Opfer für den Erkrankten.

Alle wichtigen Betreuerinnen und Betreuer wohnen noch in seiner Phantasie, er arbeitet oder ist für die Pflege der Familien unentbehrlich. Diese Bilder wirken so lebendig, dass viele Betroffene ihre eigenen Spiegelungen und verwandte Menschen wie Ehegatten und Kindern nicht mehr wiedererkennen, weil sie zu jung sind und nicht in die Subjektivwelt des Betroffenen einpassen.

Jeder Versuch, den Patienten aus seiner Lebenswelt in unsere Wirklichkeit zu übertragen, sei es mit dem Realitätsorientierungstraining oder logischen Erläuterungen, führt zur Unsicherheit des Betreffenden und zu Aggression. Es ist viel vernünftiger, den Demenzkranken auf dem Weg seiner Ideen zu begleiten. Oftmals werden wertvolle Erkenntnisse über seine Bedürfnisse, Befürchtungen und Präferenzen gewonnen.

Kranke empfinden Verständnis, Wertschätzung und Schutz. Trotz der Heftigkeit der Beeinträchtigung lebt er dann weitestgehend unscheinbar und oft sehr zufrieden.

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