Vermittlung Ausländischer Pflegekräfte

Vermittlung von Ausländischen Pflegekräften

Die Vermittlung ausländischer Pflegekräfte nach Deutschland ist ein wichtiger Baustein gegen den Pflegenotstand. Heimplätze sind knapp und teuer, die Versorgung dennoch nicht immer frei von Beanstandungen. Mit der demografischen Entwicklung, die bestimmt ist von niedrigen Geburtenraten und steigender Lebenserwartung, nimmt die Zahl der Hochaltrigen in unserer Gesellschaft deutlich zu. Auf „die Polin“ und Frauen vieler anderer Nationalitäten aus Osteuropa können wir nicht verzichten, wenn es um die Versorgung von Pflegebedürftigen geht.

Schwarzarbeit muss nicht sein

Pflege zu Hause

Auch wenn europäische Bürokratie einen schlechten Ruf hat – in den Bereichen Dienstleistungsfreiheit und Arbeitnehmer-Freizügigkeit hat uns die Europäische Union einige wichtige Fortschritte gebracht. Menschen aus Nicht-EU-Staaten benötigen einen Aufenthaltstitel und eine Arbeitserlaubnis, um bei uns tätig werden zu dürfen. Fehlen diese Voraussetzungen, ist die Beschäftigung illegal, und das bedeutet für beide Seiten ernste Konsequenzen, wenn die Sache auffliegt. Und natürlich kann der Auftraggeber keine Ansprüche geltend machen, wenn die Leistung schlecht erbracht wird oder schlimmstenfalls der Pflegebedürftige sogar gesundheitlich zu Schaden kommt. Glücklicherweise muss sich niemand auf solche kriminellen Machenschaften einlassen, denn das Europarecht hält einen ganz Strauß legaler Beschäftigungsmöglichkeiten bereit.

Vermittlung ausländischer Pflegekräfte
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Die Vermittlung ausländischer Pflegekräfte nach Deutschland ist ein wichtiger Baustein gegen den Pflegenotstand.

Europäisches Recht erlaubt grenzüberschreitende Dienstleistungen

Für die Vermittlung von ausländischen Pflegekräften gibt es spezialisierte Agenturen im Inland, die sich in der Materie bestens auskennen. Sie beraten über den Umfang der einzukaufenden Leistungen, über die verschiedenen Vertragsformen und die damit verbundenen Kosten. Die billigste Form ist die Beauftragung einer selbstständigen Pflegerin per Dienstleistungsvertrag. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, den Eindruck einer Scheinselbstständigkeit auszuschließen. Der Auftraggeber darf deshalb seiner Pflege- oder Haushaltshilfe keinerlei Weisungen erteilen. Der Tätigkeitsumfang ist im Dienstleistungsvertrag festgelegt, aber wie genau die Pflegekraft ihre Arbeit ausgestaltet, ist allein ihr Ding. Im Grunde ist das nicht anders als beim Frisörbesuch: Der Kunde sagt, welche Frisur er gern hätte, und dann tut der Frisör seine Arbeit, ohne dass ihm jemand hineinredet.

Rechtssicherheit durch Arbeitnehmerinnen

Wer gern mehr Einfluss auf die Tätigkeit nehmen möchte, sollte bei der Vermittlung ausländischer Pflegekräfte auf Arbeitnehmerinnen bestehen. Das ist etwas teurer, schafft dafür aber hohe Rechtssicherheit und ist auch fair gegenüber den Pflegerinnen, die den vollen Arbeitnehmerschutz nach deutschem Recht genießen. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, dass der Haushalt direkt als Arbeitgeber auftritt. Nur so gibt es ein echtes Weisungsrecht. Der Mehraufwand durch höhere Lohnnebenkosten in Deutschland hält sich in Grenzen, aber der Haushalt übernimmt alle formalen Pflichten eines Arbeitgebers vom Abführen der Steuern und Sozialabgaben bis zum Nachweis des Mindestlohns. Einfacher ist es, wenn ein ausländischer Pflegedienst die Arbeitgeberrolle innehat. Die Arbeitnehmer-Entsendung in einen deutschen Haushalt ist innerhalb der EU unproblematisch und völlig legal. Mit der sogenannten A1-Bescheinigung wird nachgewiesen, dass eine ordnungsgemäße Anmeldung zur Sozialversicherung in der Heimat erfolgt ist.

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