Vermittlungsagentur für Freiberufliche Pflegekräfte

Selbstständige Pflegekräfte

Eine Vermittlungsagentur für freiberufliche Pflegekräfte stellt den Kontakt zu ausländischem, meist osteuropäischen Personal her, das seine Dienste auf selbstständiger Basis in Deutschland anbietet. Da der Tätigkeit ein Dienstleistungsvertrag zugrunde liegt, gilt das Arbeitsrecht nicht. Das reduziert die Kosten, ist aber nicht ohne Risiko. Es gibt aber Alternativen.

Einsatz in der ambulanten Pflege

Pflege zu Hause

Pflegehilfen aus Osteuropa, vor allem aus Polen, leisten in der ambulanten Pflege wertvolle Dienste in vielen deutschen Haushalten. Sie ergänzen die medizinische Behandlungspflege durch professionelle Pflegedienste um allgemeine hauswirtschaftliche und pflegerische Leistungen. Das entlastet die Angehörigen und erspart vielen Pflegebedürftigen die Übersiedlung in eine stationäre Einrichtung. Günstige Tagessätze machen die häusliche Pflege auch für Normalverdiener bezahlbar, zumal das Pflegegeld bei der Finanzierung hilft. Osteuropäisches Personal kann abhängig beschäftigt werden, also im Rahmen eines Arbeitsvertrages, oder der Pflegebedürftige schließt mit freiberuflichen Pflegekräften einen Dienstleistungsvertrag. Worin unterscheiden sich die Modelle, was ist zu empfehlen?

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Pflegehilfen aus Osteuropa, vor allem aus Polen, leisten in der ambulanten Pflege wertvolle Dienste in vielen deutschen Haushalten.

Selbstständige sind nicht weisungsgebunden

Denken Sie doch einmal an Ihren letzten Frisörbesuch. Sie haben einen Auftrag erteilt – Waschen, Schneiden, Fönen – und vielleicht noch einige Details festgelegt – Ohren und Nacken frei. Aber Sie würden nicht auf die Idee kommen, dem Frisör konkrete Weisungen zu erteilen, wie er seine Arbeit zu machen hat. Das weiß er nämlich selbst viel besser. Genau das ist das Wesen eines Dienstleistungsvertrags. Sie bestimmen als Auftraggeber das Ergebnis, aber den Weg dorthin bestimmt der Dienstleister selbst. Der Frisör ist nicht ihr Angestellter, sondern der Auftragnehmer. Exakt so ist es auch mit freiberuflichen Pflegekräften. Sie arbeiten nicht weisungsgebunden, haben aber auch nicht den Schutz des Arbeitsrechts. Für sie gelten weder Mindestlöhne noch Pausenzeiten noch Urlaubsansprüche.

Selbstständige mit nur einem Auftraggeber und Scheinselbstständige

Das Risiko dieser Vertragsform ist, dass Sozialversicherungsträger oder sogar die Pflegekraft selbst auf die Idee kommen, dass doch ein Arbeitsverhältnis vorliegt. Die Rentenversicherung interessiert sich für Selbstständige mit nur einem Auftraggeber. Dann kassiert sie Pflichtbeiträge, die Selbstständigkeit bleibt aber erhalten. Schlimmer ist es, wenn Scheinselbstständigkeit festgestellt wird. Dann wird rückwirkend ein Arbeitsverhältnis angenommen, und das kann teuer werden. Der Arbeitgeber macht sich sogar strafbar, wenn er bewusst Sozialbeiträge nicht abgeführt hat. Vermittlungsagenturen für freiberufliche Pflegekräfte wissen um diese Fallen und helfen, sie durch richtige Gestaltung und Durchführung der Verträge zu vermeiden. Wer sich für die Beschäftigung selbstständiger Pflegehilfen aus Osteuropa interessiert, sollte auf diesen Erfahrungsschatz zurückgreifen.

Beschäftigung als Arbeitnehmer

Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie Haushaltshilfen und Pflegepersonal als Arbeitnehmer beschäftigen. Der gängige Weg ist die Anstellung bei einem Unternehmen mit Sitz in der Heimat der Pflegekraft und die Entsendung nach Deutschland. Das ist juristisch einwandfrei und spart dennoch Lohnnebenkosten. Die Pflegekraft ist durch deutsches Arbeitsrecht sehr gut geschützt, man braucht also keinesfalls ein schlechtes Gewissen zu haben. Auch bei diesem Durchführungsweg der ambulanten Pflege helfen Pflegeagenturen den Betroffenen und ihren Angehörigen kompetent weiter – von der Erstberatung bis zur praktischen Abwicklung des Vertrags.

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