Vollzeitpflege zu Hause

Vollzeitpflege mit vertretbaren Kosten

Eine Vollzeitpflege zu Hause ist in vielen Fällen möglich und durch den Einsatz von Haushalts- und Pflegehilfen auch bezahlbar, ohne die Angehörigen zu überlasten. Ob körperliche Einschränkungen oder Demenz – das Heim als letzte Station kann vielen Pflegebedürftigen erspart bleiben. Vollzeitpflege ist ein irreführender Begriff Stellen wir uns den Tagesablauf eines pflegebedürftigen Seniors vor, der nicht mehr allein gelassen werden sollte: Ist er so schwer krank, dass rund um die Uhr medizinische Leistungen erforderlich sind, wird die Unterbringung in einer stationären Pflegeeinrichtung wohl kaum zu vermeiden sein. Die Realität sieht aber glücklicherweise in den weitaus meisten Fällen anders aus. Mehr als drei Viertel der Pflegebedürftigen werden ambulant versorgt.

Während eine echte Vollzeitpflege zu Hause Kosten von 10.000 Euro oder mehr im Monat verursacht, ist eine Betreuung und Beaufsichtigung rund um die Uhr für weit weniger Geld zu haben. Für die Anstellung einer osteuropäischen Pflegekraft muss man mit etwa 2.000 Euro zuzügliche Nebenkosten für die Unterbringung rechnen.

Hilfskräfte für Haushaltsführung und Grundpflege

Pflege zu Hause

Während die gegebenenfalls erforderliche medizinische Behandlungspflege für kurze Zeitabschnitte und vielleicht nur an jedem zweiten Tag durch einen ambulanten Pflegedienst mit examinierten Kräften geleistet wird, übernehmen osteuropäische Pflegehilfen die allgemeine Haushaltsführung wie Putzen, Waschen, Einkaufen und Kochen. Zu den Aufgaben, die keine spezielle Qualifikation außer Einfühlungsvermögen und Warmherzigkeit erfordern, gehört auch die Unterstützung bei der Mobilität vom Aufstehen am Morgen bis zum Zubettgehen, bei der Körperhygiene einschließlich Toilettengang, beim Ankleiden und beim Essen, zum Beispiel durch mundgerechtes Zerkleinern der Nahrung. Dies alles wird unter dem Begriff Grundpflege zusammengefasst. Die Stundensätze, die für solche Tätigkeiten gezahlt werden, liegen weit unter den Kosten einer Vollzeitpflege zu Hause durch professionelles Personal.

Vollzeitpflege zu Hause
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Eine Vollzeitpflege zu Hause ist in vielen Fällen möglich und durch den Einsatz von Haushalts- und Pflegehilfen auch bezahlbar, ohne die Angehörigen zu überlasten.

Vertragsmodell der Arbeitnehmer-Entsendung

Da die Beschäftigung selbstständiger Kräfte rechtliche Risiken birgt und die direkte Anstellung im Haushalt komplexe Verpflichtungen mit sich bringt, hat sich als guter Kompromiss das Modell der Arbeitnehmer-Entsendung durchgesetzt. Das von EU-Recht unterstützte Verfahren sieht vor, dass die Pflegerin bei einem Pflegedienst in ihrer Heimat angestellt ist und von dort auftragsbezogen nach Deutschland entsendet wird. Alle formalen Verpflichtungen, beispielsweise die Anmeldung zur Sozialversicherung, obliegen dem ausländischen Arbeitgeber. Der Kontakt ins Ausland wird meist über deutsche Vermittlungsagenturen hergestellt, die den Markt kennen, umfassend beraten und seriöse Partner auswählen. Sie unterstützen auch die gesamte praktische Abwicklung von der Abholung der Pflegerin am Bahnhof oder Bus bis zur Organisation einer Urlaubsvertretung.

Finanzierung über Pflegegeld

Zwar können die Leistungen osteuropäischer Pflegehilfen nicht als Sachleistungen mit der Pflegekasse abgerechnet werden, aber das Pflegegeld hilft bei der Finanzierung. Das Zweite Pflegestärkungsgesetz hat seit 2017 einige Verbesserungen der Leistungen gebracht, insbesondere Demenzkranke erhalten jetzt mehr Geld.

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