Zur allgemeinen Orientierung. Für Ihre persönliche Situation helfen Pflegeberatung und die zuständigen Fachstellen weiter.

Wer nach Beispielen für Selbstpflege sucht, sucht meist nach Möglichkeiten, im Alltag etwas für die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden zu tun. Dafür wird auch der Begriff Selbstfürsorge verwendet. In der Pflegewissenschaft bezeichnet Selbstpflege die Fähigkeit, alltägliche Aufgaben wie Waschen, Anziehen und Essen selbst zu erledigen.

Für Selbstfürsorge brauchen Sie kein festes Wellnessprogramm. Eine Pause, eine ruhige Mahlzeit oder ein Anruf bei einer vertrauten Person können dazugehören. Was Ihnen hilft, hängt von Ihrer Situation ab. Bei anhaltenden Beschwerden ersetzt Selbstfürsorge keine medizinische oder psychotherapeutische Unterstützung.

Beispiele für den Alltag

Die Weltgesundheitsorganisation zählt unter anderem Schlaf, Ernährung, Bewegung und soziale Kontakte zur Selbstfürsorge. Auch Beschwerden zu bemerken und sich Hilfe zu holen gehört dazu. Im Alltag können Sie klein anfangen:

  • Für den Körper sorgen: regelmäßig essen, auf ausreichend Schlaf achten oder einen kurzen Spaziergang machen.
  • Erholung einplanen: zwischen Aufgaben kurz aufstehen oder ein paar ruhige Atemzüge nehmen. Auch lesen oder bewusst nichts tun.
  • Kontakt halten: eine vertraute Person anrufen oder gemeinsame Zeit verabreden.
  • Belastungen begrenzen: Termine ordnen, eine Pause einfordern oder eine Aufgabe abgeben.
  • Unterstützung suchen: bei anhaltendem Stress oder Beschwerden mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer psychotherapeutischen Fachperson sprechen.

Die Beispiele sind Anregungen, keine Liste, die Sie abarbeiten müssen. Wenn Bewegung wegen einer Erkrankung oder Einschränkung nicht passt, können Ruhe, soziale Unterstützung oder eine andere angenehme Aktivität sinnvoller sein. Auch eine kurze Pause zählt, selbst wenn sie kein bestimmtes Ziel erfüllt.

Erwachsene Tochter und ältere Mutter gemeinsam am Laptop.
KI-generiertes Symbolbild

Wenn Sie Angehörige pflegen

Wer eine nahestehende Person zu Hause unterstützt, braucht oft eigene Zeit und Erholung. Bitten Sie zum Beispiel eine vertraute Person um Hilfe beim Einkaufen oder bei einem Termin. Sie können sich auch feste Zeit für einen Spaziergang oder ein Telefonat freihalten, wenn jemand anderes in dieser Zeit die Betreuung übernimmt.

Grenzen zu setzen gehört ebenfalls zur Selbstfürsorge. Sagen Sie klar, welche Aufgabe Sie übernehmen und wobei Sie Unterstützung brauchen. Das ist besonders wichtig, wenn Belastung, Schlafmangel oder Sorgen dauerhaft zunehmen. Hilfe anzunehmen bedeutet nicht, dass Ihnen die betreute Person weniger wichtig ist.

Eine passende Routine finden

Suchen Sie sich zuerst eine kleine Sache aus, die in Ihren Tag passt; wenn morgens kaum Zeit bleibt, ist eine kurze Pause nach einer Aufgabe realistischer als ein aufwendiges Ritual. Verbinden Sie die neue Gewohnheit mit etwas, das Sie ohnehin tun. Gehen Sie zum Beispiel nach dem Mittagessen kurz nach draußen oder atmen Sie nach einem Telefonat bewusst durch.

Schauen Sie nach einiger Zeit, ob Ihnen die Gewohnheit guttut und in Ihren Alltag passt. Falls nicht, ändern Sie sie oder wählen Sie etwas anderes. Selbstfürsorge sollte Sie nicht zusätzlich unter Druck setzen. Was Sie tun können, hängt auch davon ab, wie viel Zeit und Geld Sie haben, wo Sie wohnen, wie Sie arbeiten und welche Hilfe verfügbar ist.

Wo Selbstfürsorge an Grenzen stößt

Eine Atemübung, ein Spaziergang oder mehr Schlaf kann eine hilfreiche Unterstützung sein. Solche Maßnahmen beheben jedoch keine dauerhafte Überlastung, Krankheit oder schwierige Lebensumstände. Auch die Forschung zu psychologischen Angeboten untersucht unterschiedliche Programme; ihre Ergebnisse lassen sich nicht einfach auf jedes einzelne Alltagsritual übertragen.

Wenn Sie Selbsttests machen oder Blutdruck und Blutzucker messen, nutzen Sie verlässliche Anleitungen. Besprechen Sie die Ergebnisse bei Unsicherheit mit medizinischem Fachpersonal. Messwerte allein ergeben keine Diagnose. Holen Sie sich professionelle Unterstützung, wenn Beschwerden anhalten oder sich deutlich verschlimmern. Das gilt auch, wenn Sie sich überfordert fühlen.