Zur allgemeinen Orientierung. Für Ihre persönliche Situation helfen Pflegeberatung und die zuständigen Fachstellen weiter.

Was Pflegegeld leistet

Pflegegeld unterstützt Menschen in Deutschland, die zu Hause gepflegt werden und ihre Versorgung selbst organisieren – etwa mit Angehörigen, Freunden oder anderen vertrauten Personen. Die Pflegekasse zahlt das Geld an die pflegebedürftige Person. Die pflegebedürftige Person entscheidet, wofür sie das Geld verwendet. Sie kann es an Menschen weitergeben, die sie pflegen oder im Alltag unterstützen.

Pflegegeld ist eine Leistung für die pflegebedürftige Person und kein festes Arbeitsentgelt für Angehörige. Es ersetzt auch nicht allgemein Einkommen, das wegen der Pflege entfällt.

Gemeint ist das Pflegegeld der deutschen Pflegeversicherung. Das österreichische Pflegegeld mit sieben Stufen und die Schweizer Hilflosenentschädigung sind eigene Leistungen mit anderen Voraussetzungen und Regeln.

Wer bekommt das Pflegegeld?

Reguläres Pflegegeld erhalten Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2, wenn die häusliche Pflege sichergestellt ist. Die nötige Hilfe muss zu Hause organisiert und sichergestellt sein. Angehörige, andere vertraute Personen und weitere Pflegeangebote können dabei zusammenhelfen.

Der Anspruch steht der pflegebedürftigen Person zu; die Pflegekasse überweist ihr das Geld. § 37 SGB XI regelt diese Leistung.

Pflegegeld unterscheidet sich von Pflegesachleistungen. Pflegesachleistungen bezahlt die Pflegekasse für Einsätze eines zugelassenen ambulanten Pflegedienstes. Die pflegebedürftige Person erhält diesen Betrag nicht zur freien Verfügung.

Bei Pflegegrad 1 besteht kein Anspruch auf reguläres Pflegegeld. Für die häusliche Pflege steht aber der Entlastungsbetrag zur Verfügung. Er darf nur für gesetzlich festgelegte und anerkannte Unterstützungsangebote eingesetzt werden.

Ältere Frau und Angehörige beim Durchsehen von Unterlagen.
KI-generiertes Symbolbild

Pflegegeld und Pflegesachleistungen 2026

Menschen mit Pflegegrad 2 bis 5 erhalten bei häuslicher Pflege 2026 monatlich 347 bis 990 Euro Pflegegeld. Wer stattdessen einen zugelassenen ambulanten Pflegedienst nutzt, kann Pflegesachleistungen bis zu den folgenden Höchstbeträgen in Anspruch nehmen:

Pflegegrad Pflegegeld pro Monat Pflegesachleistungen pro Monat, höchstens
1 kein reguläres Pflegegeld keine regulären Pflegesachleistungen
2 347 Euro 796 Euro
3 599 Euro 1.497 Euro
4 800 Euro 1.859 Euro
5 990 Euro 2.299 Euro

Die Regeln für Pflegegeld und Pflegesachleistungen stehen im SGB XI. Pflegegrad 1 umfasst weder reguläres Pflegegeld noch reguläre ambulante Pflegesachleistungen nach § 36 SGB XI.

Pflegesachleistungen sind kein Geld zur freien Verfügung. Sie finanzieren Einsätze eines zugelassenen Pflegedienstes, etwa Hilfe bei der Körperpflege oder beim Anziehen. Der Pflegedienst rechnet die erbrachten Leistungen direkt mit der Pflegekasse ab.

Wie die Kombinationsleistung rechnet

Wer die Pflege teilweise selbst oder durch Angehörige organisiert und zusätzlich einen Pflegedienst beauftragt, kann Pflegegeld und Pflegesachleistungen kombinieren. Das Pflegegeld sinkt dann in demselben Umfang, in dem das Sachleistungsbudget genutzt wird. Diese Regel steht in § 38 SGB XI.

Bei Pflegegrad 3 beträgt der monatliche Höchstbetrag für Pflegesachleistungen 1.497 Euro. Rechnet der Pflegedienst 748,50 Euro ab, ist die Hälfte dieses Betrags genutzt. Die Pflegekasse zahlt dann die Hälfte des Pflegegeldes von 599 Euro aus: 299,50 Euro monatlich.

Der ungenutzte Teil des Sachleistungsbudgets erhöht das Pflegegeld nicht. Die gewählte Aufteilung zwischen Pflegegeld und Sachleistungen gilt grundsätzlich sechs Monate. Ändert sich die Pflegesituation wesentlich, kann die Pflegekasse sie früher anpassen.

Weitere Pflegeleistungen 2026

Neben Pflegegeld und Pflegesachleistungen gibt es weitere zweckgebundene Leistungen der Pflegekasse. Einige stehen monatlich bereit, andere gelten für das Kalenderjahr oder für eine konkrete Wohnungsanpassung.

Der Entlastungsbetrag beträgt bei häuslicher Pflege bis zu 131 Euro im Monat. Die Pflegekasse erstattet damit anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag, etwa Hilfe im Haushalt oder bei der Betreuung. Der Betrag wird nicht frei ausgezahlt. Die Voraussetzungen stehen in § 45b SGB XI.

Für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel gibt es bis zu 42 Euro im Monat. Dazu zählen zum Beispiel Einmalhandschuhe, Bettschutzeinlagen und Desinfektionsmittel. Die Regelung findet sich in § 40 SGB XI.

Für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege steht 2026 ein gemeinsamer Jahresbetrag von bis zu 3.539 Euro zur Verfügung. Verhinderungspflege finanziert Ersatzpflege, wenn die übliche Pflegeperson verhindert ist. Kurzzeitpflege deckt vorübergehende Pflege in einer stationären Einrichtung ab. Beide Leistungen teilen sich denselben Betrag: Ausgaben für die eine Leistung verringern den verfügbaren Betrag für die andere. Die gemeinsame Regelung steht in § 42a SGB XI.

Die Pflegekasse kann notwendige Anpassungen der Wohnung mit bis zu 4.180 Euro je Maßnahme bezuschussen. Dazu gehören etwa eine bodengleiche Dusche, ein Treppenlift oder breitere Türen. Die Maßnahme muss die häusliche Pflege ermöglichen oder erleichtern oder die Selbstständigkeit der pflegebedürftigen Person fördern.

Was bei Ersatzpflege gilt

Übernimmt eine nahe Angehörige oder ein Haushaltsmitglied die Verhinderungspflege nicht erwerbsmäßig, erstattet die Pflegekasse grundsätzlich höchstens das Zweifache des monatlichen Pflegegeldes. Nachgewiesene notwendige Ausgaben, etwa Fahrtkosten oder Verdienstausfall, können die Erstattung erhöhen. Sie darf jedoch den gemeinsamen Jahresbetrag für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege nicht übersteigen. Maßgeblich ist § 39 SGB XI.

Während der Kurzzeitpflege und der Verhinderungspflege zahlt die Pflegekasse jeweils die Hälfte des zuvor bezogenen Pflegegeldes weiter – für höchstens acht Wochen im Kalenderjahr. Diese Zahlung zählt nicht zum Budget für die Pflegekosten.

Ist der Entlastungsbetrag frei verfügbar?

Nein. Der Entlastungsbetrag ist keine zusätzliche Barauszahlung wie das Pflegegeld. Die Pflegekasse erstattet nur Kosten für gesetzlich vorgesehene und anerkannte Unterstützungsangebote.

Warum Eigenkosten bleiben

Die Pflegeversicherung übernimmt je nach Versorgungsform festgelegte Leistungen, aber nicht alle tatsächlichen Kosten. Bei Pflege zu Hause hängt der Eigenanteil davon ab, welche Unterstützung nötig ist und wer sie erbringt. Pflegegeld und Pflegesachleistungen decken daher keinen festen Anteil der tatsächlichen Pflegekosten.

Im Pflegeheim betrug die monatliche Eigenbeteiligung im ersten Aufenthaltsjahr bundesweit durchschnittlich 3.364 Euro (Stand: 1. Juli 2026). Davon entfielen 1.775 Euro auf den pflegebedingten Eigenanteil einschließlich Ausbildungskosten nach Abzug des Leistungszuschlags, 1.068 Euro auf Unterkunft und Verpflegung sowie 521 Euro auf Investitionskosten. Die Auswertung des Verbands der Ersatzkassen nennt einen bundesweiten Durchschnitt. Die Rechnung eines einzelnen Heims kann je nach Einrichtung, Bundesland und Aufenthaltsdauer deutlich davon abweichen.

Wie der Heimzuschlag wirkt

Der Zuschlag nach § 43c SGB XI senkt nur den pflegebedingten Eigenanteil. Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten müssen Bewohnerinnen und Bewohner weiterhin vollständig selbst zahlen.

In den ersten zwölf Monaten beträgt der Zuschlag 15 Prozent. Nach mehr als zwölf Monaten steigt er auf 30 Prozent, nach mehr als 24 Monaten auf 50 Prozent und nach mehr als 36 Monaten auf 75 Prozent. Mit zunehmender Aufenthaltsdauer sinkt damit der pflegebedingte Eigenanteil. Die übrigen Teile der Heimrechnung bleiben bestehen.

Wenn das Geld nicht reicht

Reichen Einkommen, Vermögen und vorrangige Leistungen nicht für den notwendigen Pflegebedarf, kommt Hilfe zur Pflege infrage. Diese Sozialhilfeleistung nach dem SGB XII ist bedürftigkeitsgeprüft und wird grundsätzlich beim Sozialamt beantragt.

Das Sozialamt prüft, welche Pflege nötig ist, wie hoch Einkommen und Vermögen sind und ob Ansprüche bei der Pflegekasse oder anderen Leistungsträgern bestehen. Informationen zu Voraussetzungen und Zuständigkeit bietet gesund.bund.de.

Erwachsene Kinder zieht das Sozialamt grundsätzlich erst zum Unterhalt heran, wenn ihr Jahresbruttoeinkommen mehr als 100.000 Euro beträgt. Diese Einkommensgrenze gilt nicht pauschal für Ehepartner. Wer die Pflegekosten absehbar nicht mehr tragen kann, sollte das Sozialamt frühzeitig kontaktieren.

Wann die Hilfe beginnt

Nach § 18 SGB XII setzt Hilfe zur Pflege grundsätzlich ein, sobald das Sozialamt vom Hilfebedarf erfährt. Dieses Prinzip heißt Kenntnisprinzip und begrenzt Nachzahlungen für frühere Zeiträume.

Häufige Frage

Wird Hilfe zur Pflege rückwirkend gezahlt?
Eine Nachzahlung für beliebig weit zurückliegende Zeiträume gibt es grundsätzlich nicht. Entscheidend ist, wann das Sozialamt vom Hilfebedarf Kenntnis erhält.

Mappe, Lesebrille und Stift auf einem Holztisch.
KI-generiertes Symbolbild

Wie Angehörigenpflege den Haushalt betrifft

Wenn Angehörige ihre Arbeitszeit wegen der Pflege reduzieren, sinkt das laufende Haushaltseinkommen. Zugleich können Lücken bei den Rentenansprüchen entstehen, weil geringere Erwerbseinkünfte meist zu niedrigeren Rentenbeiträgen führen. Das Pflegegeld gleicht solche Einbußen nicht automatisch aus.

Eine Modellstudie zu Deutschland beschreibt langfristige Nachteile für Erwerbsverlauf, Einkommen und Rente, wenn die öffentliche Pflegeversicherung fehlt. Die Modellrechnung belegt jedoch nicht, wie sich die konkreten Pflegegeldbeträge des Jahres 2026 auf einzelne Haushalte auswirken (Studiennachweis bei PubMed).

Auch die Belastung durch Pflege hängt mit der Erwerbssituation zusammen. Eine Auswertung von Daten aus den Jahren 2002 bis 2018 ergab: Vollzeitbeschäftigte Pflegepersonen berichteten im Durchschnitt über eine bessere psychische Gesundheit als Personen ohne Beschäftigung oder mit geringfügiger Beschäftigung. Die Untersuchung zeigt einen Zusammenhang, aber keine Ursache-Wirkung-Beziehung. Sie belegt daher nicht, dass Vollzeitarbeit die psychische Gesundheit verbessert (Studie in BMC Public Health).

Zur Finanzplanung gehören neben den Pflegekosten auch mögliche Einkommenseinbußen und Folgen für die spätere Rente. Unter bestimmten Voraussetzungen zahlt die Pflegekasse Rentenversicherungsbeiträge für pflegende Angehörige.

Wann Beiträge zur Rente fließen

Die Pflegekasse kann Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlen, wenn eine Pflegeperson jemanden mit mindestens Pflegegrad 2 zu Hause nicht erwerbsmäßig pflegt. Die Pflege muss mindestens zehn Stunden pro Woche umfassen und auf mindestens zwei Tage verteilt sein. Wer mehrere pflegebedürftige Personen versorgt, kann die Pflegezeiten unter bestimmten Voraussetzungen zusammenrechnen.

Die Pflegeperson darf daneben regelmäßig höchstens 30 Stunden pro Woche erwerbstätig sein. Die Pflegekasse prüft weitere Voraussetzungen und Sonderfälle. Die Deutsche Rentenversicherung erläutert die Absicherung pflegender Angehöriger.

Die Beiträge erhöhen die möglichen späteren Rentenansprüche. Sie werden nicht zusätzlich zum Pflegegeld an die Pflegeperson ausgezahlt. Wer Pflege übernimmt, sollte Arbeitszeit und Pflegeumfang dokumentieren und den Anspruch frühzeitig mit der Pflegekasse klären.

Wie die Pflegeversicherung finanziert wird

Die soziale Pflegeversicherung finanziert ihre Leistungen vor allem über Beiträge. Deren Höhe richtet sich nach den Einnahmen, auf die Beiträge fällig werden. Seit dem 1. Januar 2025 beträgt der allgemeine Beitragssatz 3,6 Prozent. Kinderlose zahlen grundsätzlich 4,2 Prozent. Für den Kinderlosenzuschlag gelten gesetzliche Ausnahmen. Eltern mit mehreren Kindern unter 25 Jahren erhalten Beitragsabschläge. Das Bundesgesundheitsministerium erläutert Beitragssätze, Ausnahmen und Abschläge.

Außerhalb Sachsens tragen Beschäftigte und Arbeitgeber den allgemeinen Beitrag grundsätzlich je zur Hälfte. Den Zuschlag für Kinderlose zahlen Beschäftigte allein. In Sachsen gilt eine andere Aufteilung zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten.

Die Beitragsbemessungsgrenze ist die gesetzlich festgelegte Einkommensgrenze, bis zu der die Pflegekasse Beiträge berechnet. Auf Einkommen oberhalb dieser Grenze erhebt sie keine weiteren Beiträge zur sozialen Pflegeversicherung.

Was die Kennzahlen aussagen

Im Jahr 2025 erhielten rund 6,01 Millionen Menschen Leistungen der sozialen Pflegeversicherung. Die Pflegekassen gaben dafür 70,42 Milliarden Euro aus. Davon entfielen 21,01 Milliarden Euro auf Pflegegeld; 2024 waren es 18,64 Milliarden Euro. Die Kennzahlen des GKV-Spitzenverbands beziehen sich ausschließlich auf die soziale Pflegeversicherung.

Die 6,01 Millionen Leistungsempfangenden nutzen unterschiedliche Leistungsarten, nicht nur Pflegegeld. Sie umfassen auch nicht die Versicherten der privaten Pflegepflichtversicherung. Die 70,42 Milliarden Euro sind Leistungsausgaben. Sie erfassen weder alle Ausgaben der Pflegekassen noch zeigen sie allein, ob die soziale Pflegeversicherung in diesem Jahr einen Überschuss oder ein Defizit hatte.

Pflegegeld beantragen

Gesetzlich Versicherte stellen den Antrag bei der Pflegekasse ihrer Krankenkasse. Privat Versicherte wenden sich an ihr Pflegeversicherungsunternehmen. Zunächst genügt ein formloser Antrag, etwa per Telefon, Brief oder E-Mail. Notieren Sie das Datum und bewahren Sie einen Nachweis über den Eingang auf. Leistungen beginnen grundsätzlich ab dem Monat der Antragstellung, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Welche Unterlagen zusätzlich nötig sind, teilt die Pflegekasse mit. Einen Überblick bietet gesund.bund.de.

Für reguläre Leistungen muss die pflegebedürftige Person in den zehn Jahren vor dem Antrag grundsätzlich mindestens zwei Jahre in der Pflegeversicherung versichert gewesen sein. Zeiten einer Familienversicherung zählen mit. Diese Vorversicherungszeit regelt § 33 SGB XI.

Nach dem Antrag prüft die Pflegekasse, ob die Person pflegebedürftig ist und welcher Pflegegrad passt. Eine Gutachterin oder ein Gutachter besucht die betroffene Person dafür in der Regel zu Hause. Schildern Sie konkret, bei welchen alltäglichen Tätigkeiten Unterstützung nötig ist, etwa beim Waschen, Anziehen, Essen oder bei der Orientierung.

Die Pflegekasse muss grundsätzlich innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden. Für bestimmte Situationen gelten kürzere Fristen. Zusammen mit dem Bescheid erhält die betroffene Person in der Regel auch das Gutachten, sofern sie der Übermittlung nicht widersprochen hat. Die Frist und die Übersendung des Gutachtens stehen in § 18c SGB XI.

Beratung bei Pflegegeld

Wer bei Pflegegrad 2 oder 3 Pflegegeld bezieht, muss einmal je Halbjahr eine Beratung in der eigenen Wohnung abrufen. Bei Pflegegrad 4 oder 5 ist die Beratung einmal je Vierteljahr erforderlich. Die Beratung unterstützt die häusliche Pflege und weist bei Bedarf auf passende Hilfen hin. Die Vorgaben enthält § 37 SGB XI.

Reformpläne von geltendem Recht trennen

Zum Recherchestand am 30. Oktober 2026 hatte das Bundeskabinett den Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes am 30. September 2026 beschlossen. Ein Kabinettsbeschluss ändert die geltenden Pflegeleistungen noch nicht. Der Gesetzentwurf muss das Gesetzgebungsverfahren durchlaufen, verabschiedet, ausgefertigt und verkündet werden. Neue Ansprüche entstehen erst mit dem jeweiligen Inkrafttreten.

Nach dem damaligen Entwurfsstand des Ministeriums sollte die für 2028 vorgesehene Leistungsanpassung entfallen. Ab 2029 sollten die Leistungen jährlich entsprechend der Kerninflation angepasst werden. Das waren Reformpläne, keine geltenden Leistungsansprüche. Vor einer Entscheidung über Leistungen muss geprüft werden, ob das Gesetz inzwischen verabschiedet wurde und ab wann die einzelnen Regelungen gelten.

Kernaussagen

  • Pflegegrad und Anspruch prüfen: Reguläres Pflegegeld gibt es ab Pflegegrad 2, wenn die häusliche Pflege gesichert ist. 2026 beträgt es je nach Pflegegrad 347, 599, 800 oder 990 Euro monatlich und wird an die pflegebedürftige Person ausgezahlt.
  • Kombinationsleistungen anteilig berechnen: Wer zusätzlich einen zugelassenen Pflegedienst nutzt, erhält entsprechend weniger Pflegegeld. Bei Pflegegrad 3 bleiben bei 50 Prozent ausgeschöpftem Sachleistungsbudget 299,50 Euro Pflegegeld.
  • Pflegegeld und zweckgebundene Hilfen trennen: Der Entlastungsbetrag von bis zu 131 Euro monatlich erstattet bestimmte anerkannte Leistungen. Verhinderungs- und Kurzzeitpflege teilen sich 2026 einen gemeinsamen Jahresbetrag von bis zu 3.539 Euro.
  • Eigenkosten und Folgen für Angehörige einplanen: Die Pflegeversicherung übernimmt nicht alle Kosten. Auch Einkommenseinbußen und spätere Rentenansprüche pflegender Angehöriger gehören in die Rechnung. Bei ungedecktem Bedarf kann Hilfe zur Pflege beim Sozialamt infrage kommen.
  • Antrag früh stellen und Beratungspflichten beachten: Notieren Sie das Antragsdatum und klären Sie mögliche Rentenbeiträge für die Pflegeperson mit der Pflegekasse. Pflegegeldbeziehende müssen je nach Pflegegrad halbjährlich oder vierteljährlich eine Beratung zu Hause abrufen.

FAQ

Wer bekommt das Pflegegeld ausgezahlt?

Die Pflegekasse überweist das Pflegegeld an die pflegebedürftige Person. Sie kann es an Angehörige oder andere Personen weitergeben, die bei der Pflege helfen. Dadurch entsteht kein automatischer Lohnanspruch.

Gibt es bei Pflegegrad 1 Pflegegeld?

Nein. Reguläres Pflegegeld setzt mindestens Pflegegrad 2 und eine sichergestellte häusliche Pflege voraus. Bei Pflegegrad 1 kann bei häuslicher Pflege unter anderem der Entlastungsbetrag infrage kommen.

Wie beantrage ich Pflegegeld?

Gesetzlich Versicherte wenden sich an die Pflegekasse ihrer Krankenkasse, privat Versicherte an ihr Pflegeversicherungsunternehmen. Ein formloser Antrag reicht zunächst aus. Halten Sie das Datum fest, denn Leistungen beginnen grundsätzlich ab dem Monat der Antragstellung, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.

Kann ich Pflegegeld und einen Pflegedienst gleichzeitig nutzen?

Ja. Bei dieser Kombinationsleistung sinkt das Pflegegeld um denselben Prozentsatz, den der Pflegedienst vom Sachleistungsbudget nutzt. Wird bei Pflegegrad 3 die Hälfte des Budgets genutzt, bleiben von 599 Euro Pflegegeld 299,50 Euro.

Ist der Entlastungsbetrag frei verfügbar?

Nein. Der Betrag ist für bestimmte anerkannte Leistungen vorgesehen und wird grundsätzlich gegen Nachweis erstattet. Er lässt sich deshalb nicht wie Pflegegeld beliebig verwenden.

Bekomme ich für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege jeweils 3.539 Euro?

Nein. Für 2026 gibt es einen gemeinsamen Jahresbetrag von bis zu 3.539 Euro, nicht zwei getrennte Budgets in dieser Höhe. Während Verhinderungs- und Kurzzeitpflege wird unter den gesetzlichen Voraussetzungen außerdem die Hälfte des zuvor bezogenen Pflegegeldes für höchstens acht Wochen im Kalenderjahr weitergezahlt.

Was passiert, wenn mein Einkommen für die Pflegekosten nicht reicht?

Dann kann Hilfe zur Pflege beim Sozialamt infrage kommen. Das Amt prüft den notwendigen Pflegebedarf sowie Einkommen, Vermögen und vorrangige Leistungen. Melden Sie sich möglichst früh, weil für beliebig weit zurückliegende Zeiträume grundsätzlich keine Nachzahlung vorgesehen ist.

Können für pflegende Angehörige Rentenbeiträge gezahlt werden?

Ja. Die Pflegekasse kann unter bestimmten Voraussetzungen Beiträge zur Rentenversicherung für eine nicht erwerbsmäßig tätige Pflegeperson zahlen. Dazu zählen unter anderem mindestens zehn Pflegestunden pro Woche an mindestens zwei Tagen sowie eine regelmäßige Erwerbstätigkeit von höchstens 30 Stunden pro Woche. Die Pflegeperson sollte den Anspruch bei der Pflegekasse prüfen lassen.