Zur allgemeinen Orientierung. Für Ihre persönliche Situation helfen Pflegeberatung und die zuständigen Fachstellen weiter.

Wer wegen einer Behinderung Hilfe im Haushalt braucht, hat nicht automatisch Anspruch auf eine Haushaltshilfe der Krankenkasse. Welche Stelle zuständig ist, hängt davon ab, warum und wie lange die Hilfe benötigt wird: Neben der Krankenkasse kommen die Pflegekasse, die Eingliederungshilfe oder das Sozialamt infrage.

Welche Stelle übernimmt die Haushaltshilfe?

Bei vorübergehender Erkrankung oder einem Krankenhausaufenthalt ist meist die gesetzliche Krankenkasse die erste Anlaufstelle; bei längerfristiger Hilfe für alltägliche Aufgaben kommen Pflegekasse und Eingliederungshilfe infrage. Haushaltshilfe meint dabei Unterstützung bei Aufgaben wie Einkaufen, Kochen oder Putzen. Medizinische Behandlungspflege, etwa die Versorgung einer Wunde, ist eine eigene Leistung.

Bei manchen Regeln der Krankenkasse und der Rehabilitation kommt es darauf an, ob ein behindertes Kind im Haushalt lebt und Hilfe braucht. Diese Regeln begründen keinen allgemeinen Anspruch auf Haushaltshilfe für Erwachsene mit Behinderung.

Ältere Frau und Begleiterin pflegen Kräuter in einem Hochbeet.
KI-generiertes Symbolbild

Hilfe durch die Krankenkasse

Nach § 38 SGB V kann die gesetzliche Krankenkasse Haushaltshilfe übernehmen, wenn eine Behandlung oder Erkrankung es der versicherten Person unmöglich macht, den Haushalt weiterzuführen. Für den regulären Anspruch muss außerdem ein Kind im Haushalt leben, das jünger als zwölf Jahre ist oder wegen einer Behinderung Hilfe braucht. Auch darf niemand sonst im Haushalt die Aufgaben übernehmen können.

Nach einer schweren Erkrankung oder einer akuten Verschlimmerung kann ebenfalls ein Anspruch auf Haushaltshilfe bestehen, zum Beispiel nach einem Krankenhausaufenthalt oder einem ambulanten Eingriff. Wie lange die Hilfe übernommen wird, richtet sich nach den gesetzlichen Voraussetzungen. Bei Pflegegrad 2 bis 5 besteht grundsätzlich kein Anspruch auf Haushaltshilfe für den eigenen Haushalt. Die Unterstützung bei der Versorgung des Kindes ist davon ausgenommen.

Einige Krankenkassen bieten in ihrer Satzung zusätzliche Leistungen an. Die Bedingungen sind je nach Kasse verschieden. Wer allein wegen einer eigenen Behinderung längerfristig Unterstützung im Haushalt braucht, sollte deshalb nach Haushaltshilfe nach § 38 SGB V fragen und auch andere Leistungswege prüfen.

Hilfe während einer Rehabilitation

Wer an einer medizinischen Rehabilitation oder einer Maßnahme zur Teilhabe am Arbeitsleben teilnimmt und deshalb den Haushalt nicht führen kann, kann Haushaltshilfe bei dem Träger beantragen, der für die Reha-Leistung zuständig ist. Voraussetzung ist unter anderem, dass ein Kind unter zwölf Jahren oder ein hilfebedürftiges behindertes Kind im Haushalt lebt und niemand anderes den Haushalt weiterführen kann.

Die Unterstützung kann zum Beispiel die Betreuung des Kindes und notwendige Aufgaben im Haushalt umfassen. Den Antrag sollte man möglichst vor Beginn der Rehabilitation stellen. Je nach Situation kommt auch infrage, ein Kind zur Reha mitzunehmen.

Eingliederungshilfe bei dauerhaftem Bedarf

Bei dauerhaftem Unterstützungsbedarf kann die Eingliederungshilfe infrage kommen. Nach § 78 SGB IX umfasst sie Assistenz bei alltäglichen Aufgaben, auch bei der Haushaltsführung. Eine Assistenzperson hilft dabei, Aufgaben selbst zu erledigen, oder übernimmt einzelne Tätigkeiten.

Wie viel die Eingliederungshilfe zahlt, hängt davon ab, welcher Unterstützungsbedarf bei der Bedarfsermittlung festgestellt wird. Außerdem müssen die Voraussetzungen für Leistungen zur sozialen Teilhabe erfüllt sein. Eine Behinderung oder Diagnose allein begründet keinen Anspruch auf eine bestimmte Haushaltshilfe oder auf eine Reinigungskraft. Auch eine finanzielle Beteiligung kann nötig sein; dafür gelten gesetzliche Regeln und Ausnahmen.

Älterer Mann und Tochter im Gespräch an einem hellen Fenster.
KI-generiertes Symbolbild

Haushaltshilfe bei Pflegegrad

Bei häuslicher Pflege und Pflegegrad 2 bis 5 kann die Pflegekasse die Kosten für Leistungen eines ambulanten Pflegedienstes übernehmen. Dazu zählt auch Hilfe bei der Haushaltsführung. Für diese Pflegesachleistung gelten seit dem 1. Januar 2025 monatliche Höchstbeträge: 796 Euro bei Pflegegrad 2, 1.497 Euro bei Pflegegrad 3, 1.859 Euro bei Pflegegrad 4 und 2.299 Euro bei Pflegegrad 5. Die Beträge gelten für alle Leistungen des Pflegedienstes zusammen. Es gibt kein eigenes Budget nur für Haushaltshilfe.

Zusätzlich gibt es den Entlastungsbetrag von bis zu 131 Euro im Monat. Er kann für bestimmte anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag eingesetzt werden. Welche haushaltsnahen Dienste darunter fallen, hängt auch davon ab, welche Angebote im jeweiligen Bundesland anerkannt sind. Die Pflegekasse erstattet die Kosten für geeignete Leistungen, wenn die Ausgaben nachgewiesen werden.

Ein Pflegegrad und eine Behinderung sind unterschiedliche Voraussetzungen. Wer keinen Pflegegrad hat, kann deshalb nicht allein aus der Behinderung auf Leistungen der Pflegeversicherung schließen.

Hilfe durch das Sozialamt

§ 70 SGB XII sieht Hilfe zur Weiterführung des Haushalts vor, wenn die betroffene Person und andere Haushaltsmitglieder den Haushalt nicht führen können und die Weiterführung notwendig ist. Dazu können auch notwendige Aufgaben zur Versorgung von Haushaltsangehörigen gehören.

Diese Hilfe wird im Einzelfall geprüft und ist grundsätzlich vorübergehend angelegt. Eine Ausnahme gilt, wenn die Unterstützung einen Aufenthalt in einer stationären Einrichtung vermeiden oder hinauszögern kann. Das Sozialamt kann klären, ob diese Leistung zur persönlichen Situation passt.

Antrag und Kosten klären

Bevor man eine Haushaltshilfe beauftragt, sollte die zuständige Stelle bestätigen, welche Hilfe sie übernimmt und in welchem Umfang. Bei der Krankenkasse sollte man den Antrag mit einer ärztlichen Bescheinigung einreichen. Wer selbst eine Hilfe organisiert, bekommt die Kosten grundsätzlich nur in Ausnahmefällen nachträglich erstattet. Auch bei Pflegekasse, Rehabilitationsträger, Eingliederungshilfe oder Sozialamt sollte man vorher klären, welche Tätigkeiten und wie viele Stunden anerkannt werden.

Bei Haushaltshilfe über die gesetzliche Krankenkasse zahlen Erwachsene in der Regel zehn Prozent der täglichen Kosten, mindestens fünf und höchstens zehn Euro pro Tag. Es gelten Ausnahmen, etwa bei einer Zuzahlungsbefreiung. Nahe Angehörige bis zum zweiten Grad erhalten für die Hilfe selbst keine Vergütung; Fahrtkosten und ein möglicher Verdienstausfall können unter bestimmten Voraussetzungen erstattet werden.

Privat Versicherte sollten ihren Versicherungsvertrag prüfen und direkt bei ihrer Versicherung nachfragen. Für private Krankenversicherungen gilt keine einheitliche Erstattungsregel.